Airshows

Patrouille Suisse - F-5 Tiger - Airshows - fotoideen.eu

Airshows bzw. Flugshows oder Flugschauen sind ein tolles Erlebnis für alle Luftfahrt-Fans.

Bei dem in den 1920er Jahren in Großbritannien begründeten Flugsport können heutzutage alte sowie neue Flugzeuge und Hubschrauber in Aktion bewundert werden. Diese in der Luft vorgeführten Flugzeuge bezeichnet man auch als Flying Display.

Außerdem wird den Besuchern die Möglichkeit oft gegeben, diese Fluggeräte von nahen zu sehen und – zumindest am Boden – auch in deren Cockpit zu steigen. Diese Ausstellung wird wiederum Static Display genannt.

Der Höhepunkt einer jeden Flugschau sind die Kunstflugstaffeln, die ihr Können im Verband zeigen. Die bekanntesten Staffeln auf Düsenflugzeugen sind:

Die von Solopiloten und Staffeln gezeigten Manöver sind dabei teilweise sehr spektakulär und leider auch gefährlich, deswegen sind vor allem Begegnungsmanöver in Deutschland meist verboten. Eine nicht vollständige Übersicht der Manöver findet man auf der deutschen Wikipedia-Seite zu Flugfiguren, wobei die englische Seite hier noch einige veranschaulichende Grafiken bietet.

Flugschauen gibt es dabei nicht nur im großen Rahmen wie der AirPower in Österreich, der Air14 in der Schweiz oder der ILA in Deutschland, sondern auch zahlreiche von Vereinen organisierte kleinere Flugtage.

Auf AirVenture und Fence Check findet man ein recht gut aktualisierte Übersichten aktueller und kommender Airshows auf der ganzen Welt.

In Deutschland sind Airshows nach dem Flugtagunglück von Ramstein jedoch nur unter Berücksichtigung von sehr strengen Vorschriften möglich.

Die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung Berlin ist seit 2000 bis zum heutigen Tag die einzige deutsche Veranstaltung, auf der militärische Kunstflugstaffeln auf Düsenflugzeugen auftreten dürfen.

Hier lohnt es sich, ausländische und gut organisierte Airshows zu besuchen, die sich mindestens an die heute üblichen Sicherheitsvorschriften halten. Nähere Informationen hierzu auf der Wikipedia-Seite zu Flugschauen.

Anreise

Die Anreise zu einer solchen Airshow ist natürlich je nach Ort und Event individuell.

Zu beachten gibt es bei allen lediglich folgendes: Man sollte möglichst früh dort sein, im besten Fall zur Öffnung des Eingangs. Das hat mehrere Gründe.

Zum einen kommt man meist ohne Verkehrsbehinderungen zum Event. Zum anderen kommt man früher als der normale Besucherstrom auf den Bereich, von dem die Show beobachtet werden kann und kann sich im besten Fall vorne direkt am Zaun zum Flugfeld und im Zentrum positionieren. Das Zentrum der Show ist meist auf der Höhe auf der die Kommentatoren während dem Event sitzen.

Hat man die Möglichkeit sogar beim Sonnenaufgang oder Sonnenuntergang vor Ort zu sein, bieten sich zudem Möglichkeiten bei den Fotos mit Silhouetten und dem Licht zu diesem Zeitpunkt zu spielen.

Weiterhin können eventuell zur Flugshow eintreffende Flugzeuge beobachtet sowie in den Seitenbereichen des Flugfelds die Crews und Piloten bei ihren Vorbereitungen fotografiert werden.

Ausrüstung

  • Weitwinkel ~18mm für Manöver der Staffeln
  • Teleobjektiv 70-300mm für Details von Staffeln
  • Teleobjektive ab 300mm für Nahaufnahmen einzelner Flugzeuge im Flug, eher 500mm
  • Ersatzakkus
  • genügend Speicherkarten

Fotografieren

Auf einer Airshow wird einem Luftfahrtfan vieles geboten: Die Möglichkeit toller Nahaufnahmen der einzelnen Flugzeuge und Piloten sowie beeindruckende Panoramaaufnahmen der Manöver des Flying Display sowie auch Detailbilder des Static Display.

Somit kann und sollte einiges an Brennweiten bei der Airshow Fotografie berücksichtigt werden. Empfehlenswert sind Weitwinkel um die 18 mm für die Manöver von ganzen Staffeln mit eventuellen Rauchspuren sowie Teleobjektive im Bereich 70-300 mm für Details der Manöver. Für Nahaufnahmen einzelner Flugzeuge im Flug sogar werden sogar Teleobjektive ab 300 mm benötigt, eher sogar recht kostspielige 500 mm. Hier lohnt es sich dann z. B. ein Objektiv zu leihen, falls man seltener solche Events besucht.

Im besten Fall sollte man Objektive mit eingebauten Stabilisator und/oder ein Stativ mit schnell beweglichem Kopf für zusätzliche Stabilität bei Teleaufnahmen einsetzen. Aber das muss schon wirklich ein schnelles Stativ sein, falls nicht, sollte man es daheim lassen. Hier ist dann eher ein BushHawk Schulterstativ empfehlenswert.

Zusätzlich hilfreich ist ein schneller Autofokus.

Ansonsten sollten verwacklungsfreie Aufnahmen kein Problem sein. Man sollte eine Halbautomatik benutzen und die Belichtungszeiten sollten unter 2x der Brennweite liegen (z. B. bei 300 mm 1/600 Sekunde). Besser sind 1/1000 Sekunde oder weniger bei einer Blende zwischen f/5.6 bis f/11 sowie einem ISO von 400 oder weniger. Empfehlenswert ist auch je nach Lichtverhältnissen eine Belichtungskorrektur von ca. -1/3 bis 1, da der Himmel vor allem bei Wolken sehr hell ist und die Halbautomatik der Kamera versucht dem gegenzusteuern, um ein nach ihrer Meinung ausgeglichen belichtetes Bild zu erreichen.

Interessant kann es auch zu versuchen etwas speziellere Aufnahmen zu machen, wie Mitzieher bei Flugzeugen, sowie bei Flugzeugen mit Propellern und Hubschraubern sich bewegende Rotorblätter. Denn Aufnahmen von Propellern ohne Bewegung sehen sehr unnatürlich aus. Bei Propellermaschinen dreht sich der Propeller relativ schnell, dort ist es somit einfacher ein gutes Foto hinzukriegen, man benötigt weniger als 1/250 Sekunde.

Für die Rotorblätter von Hubschraubern benötigt man Belichtungszeiten von ca. 1/125 bis 1/60 Sekunde oder länger. Hier (und generell während der gesamten Airshow) sollte man die Serienbildfunktion nutzen und mehrere Aufnahmen hintereinander machen, damit der Hubschrauber mit Glück bei einer Aufnahme scharf ist.

Wegen der für Flugshows zu empfehlenden Serienbildfunktion sollte man auch genügend Akkus und Speicherkarten mitnehmen.

Und ganz wichtig: Nicht während der Show die Bilder sortieren und löschen! Ein kurzer Check bzg. der Einstellungen ist in Ordnung, aber man weiß nie, was man am Himmel verpasst, wenn man gerade anfängt, die Bilder durchzusehen.

Auch beachten: Nach Möglichkeit im RAW-Modus fotografieren. Das ist für die spätere Nachbearbeitung der Bilder wichtig.

Da Flugshows aufgrund der architektonischen Gestaltung eines Flugplatzes oder freien Feldes unter freien Himmel stattfinden, ist zudem auf Kleidung und Getränken zu achten.

Denn außer genügend Getränken sollte man davon absehen Verpflegung mitzunehmen bzw. lediglich nicht verderbliche Lebensmittel einpacken, da man sich wie bereits erwähnt unter freiem Himmel befindet und bei gutem Wetter alles der Hitze ausgesetzt ist. Aus diesem Grund muss man sich vor Ort verpflegen und da auf solchen Open Air Veranstaltungen nicht überall Karten akzeptiert werden, empfiehlt es sich, ausreichend Bargeld mitzuführen.

Sinnvoll sind natürlich bei schlechter Witterung wetterfeste Kleidung sowie bei Sonne Sonnenschutzcreme, Kopfbedeckung und eventuell auch ein kompakter Sonnenschutzschirm, sofern erlaubt.

Ansonsten ist noch eine Picknickdecke oder wenn erlaubt, ein faltbarer Campinghocker empfehlenswert, um nicht stundenlang stehen zu müssen sowie bequeme Schuhe.

Wichtig ist auch ein Gehörschutz. Denn vor allem Düsenflugzeuge sind sehr laut.

Nachbearbeitung

Bei der Nachbearbeitung der Fotos des Flying Display in der Luft sollte vor allem der Tonwertumfang angepasst werden, indem man den Weiß- und Schwarzpunkt definiert, da er Himmel wie eine riesige Graukarte wirkt. RAW-Aufnahmen moderner Kameras mit bis zu 14 Bit pro Kanal bieten hier gegenüber JPEG-Aufnahmen den Vorteil, dass sie dafür genügend Tonwertreserven zur Verfügung stellen und es zu keiner Tonwertspreizung und einem damit verbundenen Posterisierungseffekt kommt.

Die Tipps zu Airshows im Überblick

  • Weitwinkel ~18 mm für Manöver der Staffeln
  • Teleobjektiv 70-300 mm für Details von Staffeln
  • Teleobjektive ab 300 mm für Nahaufnahmen einzelner Flugzeuge im Flug, eher 500mm
  • Stativ mit schnell beweglichem Kopf
  • Belichtungszeiten 1/1000 Sekunde oder weniger
  • Propellermaschinen Belichtungszeiten länger als 1/250 Sekunde
  • Hubschrauber Belichtungszeiten zwischen 1/125 bis 1/60 Sekunde
  • Blende f/5.6 bis f/11
  • ISO 100-400
  • Belichtungskorrektur 1/3 bis 1 bei bewölktem Himmel
  • möglichst früh vor Ort sein
  • bei Sonne Kopfbedeckung und Sonnenschutz
  • genügend Getränke
  • Picknickdecke oder faltbarer Campinghocker
  • bequeme Schuhe
  • Gehörschutz
  • Bargeld

Linktipp

Fence Check | Aviation Photography – fencecheck.com

Dieses Forum, das eine kostenlose Registrierung erfordert, um die Inhalte sehen zu können, ist die Quelle für alles rund um Fotografie für Luftfahrtfans. Von der Ausrüstung, über Kamera-Einstellungen bis zur Nachbearbeitung wird hier vieles abgedeckt.

Airshow Aviation Photo Gallery by Henk Tito

Ein professioneller Fotograf, der sich nur mit Luftfahrt beschäftigt und umfangreiche Galerien zu Airshows weltweit veröffentlicht.

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