Die Belichtung

Mit diesem Beitrag beginnt der Fotolehrgang auf fotoideen.eu, der einen mit seiner Kamera vertraut machen soll. Der Einfachheit halber halten wir uns dabei an Bezeichnungen aus der digitalen Fotografie.

In dem Lehrgang wird der technische Teil bei den Grundlagen belassen und einfach gehalten. Denn zu wissen wie genau jeder Chip in der Kamera funktioniert ist nicht wirklich nötig, um gute Bilder zu machen.

Während den Grundlagen wird kurz und später ausführlich auf den Kreativbereich eingegangen, da dieser Aspekt, sobald man die Grundlagen beherrscht, den Schwerpunkt für einen Fotografen darstellt.

Der Lehrgang begleitet Schritt für Schritt und „Learning by Doing“ durch das Thema Fotografie. Denn man möchte sich nicht dauernd nur Bücher und Webseiten über Grundlagen durchlesen, sondern man will mit seiner – vielleicht sogar noch neuen – Kamera doch vor allem eines: Rausgehen, ausprobieren und Bilder machen!

Denn wenn man wirklich alles gleich zu Anfang lernen wollen würde – Kameratechnik, Bildgestaltung, Nachbearbeitung etc. –, würde man monatelang erst einmal keine Fotos oder nur vorgegebene Übungsfotos machen.

Wer bezüglich der einzelnen Punkte und vor allem der Technik jedoch ins Detail gehen möchte, dem empfehle ich den sehr guten und ausreichend ausführlichen Fotolehrgang.

Auch über die Bildgestaltung gibt es einige lesenswerte Publikationen, aber hier wage ich zu behaupten, dass viel nicht unbedingt viel hilft. Natürlich sollte man mit ein paar Grundlagen kennen, aber man kann jedem nur ans Herz legen einfach zu fotografieren.

Denn viele kaufen sich eine kostspielige Ausrüstung und teure Bücher, aber machen dann z. B. nur auf einem Ausflug oder Urlaub gerade mal ein paar Dutzend Bilder und dazu oft mit einem Reisebegleiter auf dem Bild vor dieser und dieser und noch dieser Sehenswürdigkeit.

Zwei Bücher, die mich persönlich jedoch angesprochen haben, sind:

  • Grafik und Gestaltung, Das umfassende Handbuch von Markus Wäger
  • Der fotografische Blick – Bildkomposition und Gestaltung (Digital fotografieren) von Michael Freeman

Die Belichtung

Fangen wir zuerst mit etwas Grundlegendem an. Wie entsteht ein Bild? Einfach ausgedrückt, Licht fällt durch das Objektiv auf den Sensor und wird bei Digitalkameras im Anschluss von der Elektronik verarbeitet und wir haben sofort unser Bild.

Das ist die sogenannte Belichtung.

Und es ist also das Licht, das alles bei einem Foto ausmacht.

Nun haben wir mit einer guten Kamera viele Möglichkeiten zu entscheiden, wie viel Licht auf dem Sensor ankommt und wie empfindlich der Sensor (oder das jeweilige Medium) auf das Licht reagiert:

  • Blende
  • Belichtungszeit
  • ISO-Wert

Mit diesen drei Einstellungen werden wir uns noch gezielt in einzelnen Beträgen und Übungen beschäftigen, ihre gemeinsame Wirkungsweise wird Anfängern aber gern zuerst anhand eines Wasserhahns und einem Glas Wasser erklärt:

Wenn ich ein Glas (Sensor) habe und das gefüllte Glas einem korrekt belichteten Bild entspricht, dann kann ich über die Größe der Öffnung des Wasserhahns (Blende) und der Zeit, in der ich den Wasserhahn offen halte (Belichtungszeit) steuern, wie schnell das Glas mit Wasser (Licht) gefüllt wird.

Nichts anderes machen also die beiden Werte Blende und Belichtungszeit mit dem Licht, das auf den Sensor fällt.

Der ISO-Wert regelt zudem die Empfindlichkeit des Sensors auf das eintreffende Licht. Je höher der ISO-Wert, desto weniger Licht wird für die Belichtung eines Bildes benötigt. In unserem Beispiel kann man das damit erklären, dass je höher der ISO, desto weniger Wasser würde ich benötigen, um das Glas zu füllen, das Glas wäre also kleiner.

Das ist vor allem in schlecht beleuchteten Räumen oder ähnlichen Situationen mit wenig Licht nützlich, um noch sich bewegende Objekte oder Menschen scharf ohne Verwackeln und Bewegungen abzubilden. Man nimmt dann jedoch sogenanntes Bildrauschen bei den Aufnahmen in Kauf.

Warum kein Automatikmodus?

In Zeiten der Digitalkameras ist es wichtiger denn je, richtig zu belichten.

Während bei analogen Kameras der Film recht gutmütig war, wenn man z. B. in Extremsituationen fotografiert oder zu wenig und damit zu dunkel belichtet hat, verzeiht der Sensor der Kamera eine schlechte Belichtung weniger und die digitale Nachbearbeitung bietet dann nur begrenzt Möglichkeiten größere Fehler ohne hohen Qualitätsverlust zu kompensieren.

Gestalterisch sind Digitalkameras zudem „dumm“.

Zwar gibt es vor allem bei Herstellern wie Casio unzählige Automatikmodi für die verschiedensten Situationen, aber diese decken nur mit Standardwerten typische Szenen ab und wissen nicht, wie ihr in eurer Vorstellungskraft das Foto seht.

Oft wird z. B. auch der ISO unnötig von der Automatik hochgezogen. Es wird einem also die gestalterische Freiheit entzogen und man produziert „Schnappschüsse“ wie mit jedem beliebigen Handy.

Bestimmte Aufnahmesituationen sind sogar fast unmöglich für die meisten Automatikmodi zu handhaben, wie etwa Gegenlichtaufnahmen.

Doch welchen Modus sollte man nun benutzen, das erfahrt ihr im nächsten Teil Kameraeinstellungen & Kameramodus.

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