Rheinfall-Beleuchtung

Panorama von oben - Rheinfall-Beleuchtung - fotoideen.eu

Der Rheinfall bei Neuhausen ist mit bis zu 700.000 Litern Wasser pro Sekunde die ihn hinabstürzen, der größte Wasserfall Europas. Dementsprechend groß ist auch der tägliche Andrang an Touristen, die das Naturschauspiel zwischen Neuhausen am Rheinfall und Laufen-Uhwiesen bewundern wollen.

Der Rheinfall ist jedoch nicht nur bei Tag ein eindrucksvolles Naturschauspiel. Fast das gesamte Jahr über beginnt jeweils mit der Dämmerung die Rheinfall-Beleuchtung ein Lichtspektakel der besonderen Art über die Wasserlandschaft zu ergießen.

Dann bestrahlen sechs Lichtmasten, die der St. Galler Lichtplaner Charles Keller installieren ließ und die sich das Elektrizitätswerk des Kantons Schaffhausen im Jahr 2008 zum 100jährigen Bestehen selbst geschenkt hat, den Rheinfall sowie umliegende Gebäude und setzen den Wasserfall gekonnt ins Szene.

Für Fotografen bietet sich hier eine einmalige Gelegenheit ohne großen Zeitdruck und Menschenmassen den Zauber den Rheinfall unter seiner neuen Rheinfall-Beleuchtung einzufangen.

Denn während sich tagsüber viele Touristen den Rheinfall besuchen, ist unter der Woche außer ein paar verliebter Pärchen niemand zu sehen. Am Wochenende tummeln sich zusätzlich vielleicht noch einige Fotografen, vereinzelte Touristen und Restaurant-Besucher an einzelnen Stellen entlang der Promenade.

Anreise

Die Anreise zum Rheinfall ist sehr gut auf der offiziellen Seite zum Rheinfall beschrieben. Man kann dabei von oben bei Laufen-Uhwiesen oder von der unteren Seite des Rheinfalls bei Neuhausen anreisen und parken. Parkplätze sind ausreichend vorhanden und abends sogar kostenfrei.

Will man nun entlang der langen Promenade, die sich vom Schloss Laufen über die Eisenbahnbrücke bis zum Rheinfallbecken und Schlössli Wörth erstreckt, fotografieren, ist die Seite, von der man anreist und parkt egal. Möchte man jedoch von den Aussichtspunkten beim Schloss Laufen aus fotografieren, sollte man auch dort parken.

Das Schloss Laufen ist abends nämlich offen und man kann direkt durch das Eingangstor und das Schloss kostenfrei zu den Aussichtsplattformen und dem berühmten Känzeli durchlaufen. Aber Achtung: Nicht vorher nach links Richtung Zughaltestelle abgehen. Dort sind leider Schranken, die einem den Weg versperren.

Es lohnt sich auch beim ersten Mal vor Ort eine Stunde vor dem Einschalten der Beleuchtung am Rheinfall zu sein, um ein wenig zu erkunden, von wo aus man gern ein Foto machen möchte.

Die aktuellen Ein- und Ausschaltzeiten der Rheinfall-Beleuchtung findet man auf folgender Seite unter „Weiteres“:

http://www.rheinfall.ch/de/attraktionen/rheinfall-magie/beleuchtung

Ausrüstung

  • Stativ (Pflicht!)
  • Weitwinkel- und Tele-Objektiv oder Universal-Zoom
  • Fernauslöser (oder im Notfall Selbstauslöser der Kamera)
  • Streulichtblende
  • Taschenlampe

Fotografieren

Ist man erst einmal am Rheinfall angekommen, beginnt nun der spaßige Teil, da man nun genug Zeit und Freiheiten hat, die Fotos zu machen, die man gern haben würde. Die Farben der Beleuchtung wechseln zwar nach einiger Zeit, aber das geschieht sehr langsam.

Eigentlich kann man hier nur raten alles auszuprobieren, vor allem verschiedene Belichtungszeiten. Denn darum dreht sich alles bei der Fotografie von Wasserfällen. Möchte man eine Momentaufnahme der Gewalten von Tausenden Litern Wasser oder gern den Verlauf und die Dynamik in einer Langzeitaufnahme darstellen. Über die Belichtungszeit lässt sich das flexibel steuern.

Wichtig, um alle Möglichkeiten bei den Aufnahmen zu haben, sind unbedingt ein Stativ sowie ein Fernauslöser, ein Reinigungsset für das Objektiv und eine Streulichtblende. Optional sind verschiedene oder Alleskönner-Objektive für Weitwinkel- und Teleaufnahmen.

Hat man keinen Fernauslöser in seiner Ausrüstung, kann man sich mit dem Selbstauslöser der Kamera behelfen. Einfach auf einige Sekunden einstellen und nach dem Auslösen von der Kamera zurücktreten, um nicht versehentlich an die Kamera oder das Stativ anzustoßen.

Will man den klassischen schönen Sterneffekt bei Lichtquellen im Bild erreichen, sollte man in der Blendenvorwahl (Zeitautomatik) Blende 16 bei langer Belichtungszeit (>15s) und passendem ISO-Wert einstellen. Je nach Kamera ist es zudem empfehlenswert sparsam mit einem hohen ISO-Wert zu sein. Denn mit einem Stativ und Fernauslöser braucht man nicht unnötiges Rauschen in Kauf zu nehmen.

Für komplett verschwommene Wasserverläufe und einen wolkenartigen Look ist eine Zeitvorwahl (Blendenautomatik) mit 30s oder – bei Einsatz eines Fernauslösers wie z. B. Triggertrap – der Bulb-Modus zu empfehlen.

Steht man ganz unten auf oder bei der untersten Aussichtsplattform, dem Känzeli, kann ich zudem nur raten, regelmäßig das Objektiv auf Wasserspritzer durch die Gischt zu prüfen. Zusammen mit den Strahlern der Rheinfall-Beleuchtung hat man sonst statt der üblichen, manchmal nicht vermeidbaren oder gewünschten Lens Flares noch viele weitere Blendenflecken auf seinen Bildern, die man teilweise erst zu Hause bemerkt, da man diese nicht oder nur schwer auf dem Display erkennt. Und wenn, dann nur in der Zoom-Ansicht.

Hier hilft auch eine Streulichtblende ein wenig das Objektiv zu schützen. Zudem schützt sie auch vor dem Streulicht umgebender Strahler und Lichtquellen. Schraubfilter, wie z. B. UV-Filter, sollte man daheim lassen. Sie stellen einen evtl. weiteren störenden Lichtweg dar.

Die Gischt beim Känzeli ist – vor allem bei hohem Wasserstand – leider auch ein kleines Hindernis. Sie macht die Bilder etwas trübe, man verliert Kontrast und Schärfe, wenn man z. B. mit langer Belichtungszeit in Richtung Schlössli Wörth auf der gegenüberliegenden Uferseite fotografiert und längere Belichtungen des Wasserfalls in Richtung The Rock werden auch fast nur weiß.

Problematisch bei Langzeitaufnahmen am Rheinfall sind zudem noch der Wind, wenn man Bäume oder Büsche mit aufnehmen möchte und feine Wolkenformationen. Die sehen bei 30s einfach nur leicht verschwommen und unscharf aus. Entweder, man belichtet die Bilder mit solchen Wolken kürzer oder macht eine Fotomontage aus mehreren Aufnahmen.

Fotografiert man von der Uferseite gegenüber des Schloss Laufen aus, kann man sowohl von oberhalb als auch vom Rheinfallbecken aus schöne Fotos machen. Von der Promenade aus sind z. B. schöne Detailaufnahmen des Ufers mit vielen kleinen Stromschnellen möglich und zudem kann man die regelmäßig über die Eisenbahnbrücke verkehrende S-Bahn aufnehmen.

Von der Seite beim Schloss Laufen muss man für solche Lichtspuren mehr Glück mit einer Straßenbahn oder einem Auto auf der gegenüberliegenden Seite haben.

Beim Rheinfallbecken gibt es übrigens einen Holzsteg. Hier treten Vibrationen auf, wenn jemand auf dem Steg läuft.

Ein letzter Tipp zur Darstellung der gemachten Bilder auf dem Display. Man sollte sich hier nicht irritieren lassen und das Histogramm zu Rate ziehen. Die zu hellen Stellen lassen sich beim Fotografieren in RAW gut mit geringen Werten in der Nachbearbeitung korrigieren oder sind teilweise auch in Ordnung. Im Zweifel sollte man noch ein weiteres Bild mit einer geringeren Belichtung machen.

Die Tipps zur Rheinfall-Beleuchtung im Überblick

  • Stativ (Pflicht!)
  • Weitwinkel- und Tele-Objektiv oder Universal-Zoom
  • Fernauslöser (oder im Notfall Selbstauslöser der Kamera)
  • Streulichtblende
  • Taschenlampe
  • kein Blitz
  • Objektiv regelmäßig auf Wasserspritzer prüfen
  • Belichtungszeit und entsprechender ISO je nach Geschmack und Möglichkeiten der Kamera
  • Blende 16 und lange Belichtungszeit (>15s) für Sterneffekt bei Lichtquellen
  • Straßenbahn, Autos und eine regelmäßige S-Bahn können für Lichtspuren aufgenommen werden

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