Tipps für die Reisefotografie

Strand Nizza - Tipps für die Reisefotografie - fotoideen.eu

Urlaub, Reisen – sich erholen oder etwas erleben – in jedem Fall möchte man von seiner kostbaren freien Zeit gern Erinnerungen mit nach Hause nehmen.

Während jedem ans Herz gelegt werden kann, seine Bilder auszudrucken – das Gefühl, das mit Ausdrucken eigener Bilder verbunden ist, ist einfach unbeschreiblich schöner -, sollte man sich im Vorfeld überlegen, was man mit seinen Urlaubsfotos machen möchte: Möchte man ein Fotobuch erstellen, eine Leinwand bedrucken lassen oder alles nur digital auf dem Tablet betrachten?

Doch auch wenn man schon weiß, was man mit seinen Bildern machen möchte, fehlt einem dann leider vor Ort die nötige Idee, um doch etwas „anders“ machen, als die Massen von Touristen oder man hat wieder einmal zu viel Gepäck mitgenommen oder wiederum ganz trivial die Ersatzakkus zu Hause liegen lassen und der Kamera geht die Puste aus.

Mit diesen Tipps für die Reisefotografie wird das nicht mehr passieren!

Gepäck

Halte dein Gepäck – zumindest was die Kamera betrifft – klein und leicht! Solange man mit der Reisefotografie nicht sein Geld verdient und lediglich für den privaten Gebrauch (Abzüge, Fotobuch, Poster, Leinwand etc.) einige Bilder haben möchte reicht eine kleine Ausrüstung:

  • Eine Kamera; bei einer teuren Kamera evtl. noch eine günstigere Kompaktkamera mit optischem Zoom, wenn es die Sicherheit erfordert und man die große Kamera nicht an einen bestimmten Ort mitnehmen kann oder möchte.
  • Max. zwei Objektive, falls wechselbar und beide mit Streulichtblende; am besten ein Universalzoom und eine Festbrennweite mit hoher Lichtstärke 1:1.8 oder besser. Wenn man nicht hauptsächlich Wildlife-, Makro oder Architektur-Aufnahmen macht, wird sich das Spektrum der Aufnahmen im Bereich der Brennweite 24-105mm auf dem Vollformat bewegen. Die lichtstarke Festbrennweite ist wiederum angenehm, um auch noch abends ohne Blitz fotografieren zu können. Nun wird sicher jemand zu recht einwenden, dass ein Universalzoom mit z. B. 18-270mm Brennweite technisch gesehen keine perfekten Fotos macht. Nun, das ist sicherlich richtig, aber die heutige Kamera- und Objektiv-Technik ist so weit ausgereift, dass die Qualität der Bilder für einen ambitionierten Hobby-Fotografen völlig ausreicht.
  • Ein kleines und leichtes Stativ; wichtig für tolle Nachaufnahmen und Langzeit-Wasseraufnahmen.
  • Ein bis zwei Ersatzakkus, alle sollten vor einer Reise und jedem Ausflug über Nacht geladen werden. Wichtig: Im Flugzeug sind im Reisegepäck, welches aufgegeben wird, eventuell keine Ersatzakkus gestattet. Diese müssen dann gegen Kurzschluss gesichert (mit Abdeckung oder Hülle) im Handgepäck mitgeführt werden.
  • Das passende Ladegerät und je nach Reiseland ein Steckdosen-Adapter.
  • Je nach Bildgröße der Kamera einige schnelle Speicherkarten; schnell, da bei heutigen Dateigrößen langsamere Speicherkarten den Modus Serienaufnahme ausbremsen.
  • Eine bequeme und leichte Tasche mit Regenschutz, um die obigen Gegenstände mit sich tragen zu können und am besten im Handgepäck.

Generelle Tipps

  • RAW-Format: Wenn man es bisher noch nicht getan hat und es bei der eigenen Kamera möglich ist, sollte man im RAW-Modus fotografieren. Man ist im Normalfall nur einmal an dem jeweiligen Urlaubsort oder macht einen bestimmten Ausflug auch nur einmal und möchte ungern zu Hause feststellen, dass ein Fotos auf dem Display super aussah, aber schlussendlich doch schlecht belichtet ist. Das RAW-Format gibt hier noch die Chance im Rahmen der Bildbearbeitung zu Hause einige Korrekturen ohne Verluste nachträglich durchzuführen. Wer nur im Notfall zum RAW greifen möchte, kann RAW+JPEG gleichzeitig aufnehmen.
  • In diesem Zuge: Die zeitnahe Nachbearbeitung der Bilder ist sicherlich mühsam, aber es lohnt sich! Denn auch wenn die Kamera-Technik sehr weit ist, kann sie nicht alles und nicht die gleiche Qualität leisten, wie es unser menschliches Auge vermag. Hier bietet die Nachbearbeitung der Bilder fast immer die Möglichkeit, mehr aus seinen Bildern herauszuholen und man sollte diese Möglichkeit nutzen, da z. B. qualitativ gute Fotobücher immer noch eine kostspielige Sache sind. Zeitnah sollte die Bearbeitung deswegen durchgeführt werden, da zum einen die Erinnerung an die Reise noch frisch ist und die Bildbearbeitung davon profitiert, als auch zum anderen ansonsten vielleicht das nächste Fotografier-Ereignis ansteht und die Bilder dadurch evtl. nie komplett bearbeitet werden. Man sollte dabei trotz allem seinen Workflow klein und effizient halten und Plugins oder Vorgaben, sogenannten Presets nutzen, denn je mehr Zeit man am Computer verbringt, desto weniger sieht man von der Welt.
  • Modus Serienaufnahme: Unbedingt benutzen, wenn man Gefahr läuft, das Bild zu verwackeln. Da man beim Drücken des Auslösers bereits einen minimalen Druck nach unten ausübt, kann bereits zu diesem Zeitpunkt ein Verwackler passieren. Hier lohnt es sich, mit der Serienaufnahme 2-3 Bilder hintereinander zu machen und seine Chancen auf ein technisch gutes Bild zu steigern.
  • Reinigen: Achtung bei Sand und Staub! Diesen bitte erst mit einem kleinen Blasebalg wegpusten – nicht mit der leicht säurehaltigen Atemluft – und dann mit einem sauberen Tuch reinigen, da der Sand oder Staub ansonsten die Linse oder das Display zerkratzen kann. Zudem die Kamera nicht in den Sand legen, da er sonst ist das Getriebe der Linse eindringen kann.
  • Sonnenuntergang Split Kroatien - Tipps für die Reisefotografie - fotoideen.euHitze: Leider schlecht für Kamera und Akkus. Sowohl die Kamera kann beschädigt werden als auch die Akkus im schlimmsten Fall explodieren. Also nicht in praller Sonne und nicht im Auto liegen lassen.
  • Auch indirekt ist die Hitze für die Kamera schädlich, nämlich dann, wenn man direkt in die Sonne fotografiert. Die Linse im Objektiv wirkt dann wie ein Brennglas. Der Chip, der für das Foto verantwortlich ist kann dadurch überhitzen, im besten Fall ein schlechteres Bild machen und im schlimmsten Fall beschädigt werden. Als Faustregel gilt: Dort, wo man mit bloßem Auge in die Sonne sehen kann, kann man auch in Richtung der Sonne fotografieren. Aber wegen dem besagten Brennglas-Effekt auch nicht zu lange.
  • Gesetze: In manchen Gegenden ist das Fotografieren von Personen oder Gebäuden ohne Genehmigung nicht erlaubt oder verstößt grundsätzlich gegen örtliche Gepflogenheiten. Informieren Sie sich vor der Reise, damit Sie unterwegs nicht in unangenehme Situationen – Beschlagnahmung, Ausweisung, Geld- oder Haftstrafe – geraten.
  • EU-Ausland: Sollte man ins EU-Ausland verreisen, empfiehlt sich für eine teure Fotoausrüstung eine „Vereinfachte Nämlichkeitsbescheinigung für den Reiseverkehr“, die man am Besten daheim mit den Seriennr. ausfüllt und mit der Ware sowie den Originalrechnungen beim örtlichen Zoll zur Unterzeichnung vorlegt. Dann hat man bei der Wiedereinreise keine Zollprobleme und muss seine Originalrechnungen oder Kopien dieser nicht in den Urlaub mitnehmen. Mehr Informationen dazu unter: zoll.de.
  • Versicherung: Ist bei teuren Ausrüstungen empfehlenswert. Gibt es unter Foto-Assekuranz von Pergande & Pöthe.

Nachtfotografie

Die wohl dankbarste Möglichkeit, vor allem tolle Bilder von Sehenswürdigkeiten und Wahrzeichen zu fotografieren, ist abends und nachts, wenn zahlreiche Laternen und direkte Strahler die Szenerie eindrucksvoll erhellen. Diese Art der Reisefotografie ist oft einzigartiger, da sich nur wenige Touristen die Mühe machen, abends noch – mit einem leider notwendigen Stativ – bereits tagsüber gesehene Sehenswürdigkeiten noch einmal zu besuchen. Hier bietet es sich an mit möglichst kleiner Blende zu fotografieren (f/16 oder weniger), um schöne Blendensterne (Sterneffekte bei Lichtquellen) auf den Bildern zu erhalten. Leider klappt dieser Trick nicht mit jeder Kamera, aber es lohnt sich in jedem Fall, es zu probieren.

Kreative Posen

  • Springen / Jump Shots
    Eine inzwischen gängige Idee für lustige Urlaubsfotos sind sogenannte Jump Shots. Sie drücken nicht mehr und nicht weniger aus, dass man an dem Ort des Fotos überglücklich ist und peppen jedes Fotobuch auf.
    Dabei auf eine ausreichend kurze Verschlusszeit achten, da bei einem Sprung sich – auf dem Display nachher kaum sichtbar – die Füße in der schnellsten Bewegung befinden. Aber keine Sorge, selbst wenn diese eine leichte Bewegungsunschärfe haben, kann das Foto dennoch toll wirken.
  • Berühren / Zeigen / Stützen
    Eine witzige Idee und Zusammenfassung lustiger Posen ist auch das „Tourist Shot User Manual“ von ma.moi.zelle. Wer sich jetzt fragt, was genau das Bild Nummer 9 darstellt: Es handelt sich um E.T. aus dem gleichnamigen Hollywood-Film.

Details

Es ist immer eine gute Idee, kleine Details – einzigartige Souvenirs, Essen, Blumen, Marken etc.-, die besonders auf einen gewirkt haben und typisch für den Urlaub waren, ebenso zu fotografieren, wie die typischen eigenen Porträts oder Aufnahmen bekannter Sehenswürdigkeiten und Locations. Denn diese kleinen Details kann man zu Hause sehr gut nutzen, um Fotobücher abwechslungsreicher zu gestalten – ein Trick, den z. B. Hochzeitsfotografen gerne für die Fotobücher ihrer Kunden nutzen.

Ein Tipp für solche Detailaufnahmen ist, die Blende so weit wie möglich zu öffnen und die Schärfe auf das Details zu legen, um den evtl. ablenkenden Hintergrund verschwimmen zu lassen und das Detail in den Vordergrund zu rücken.

Uhrzeit

Egal, ob Strandbilder, Porträts oder andere Motive: Sofern man die Zeit hat, sollte man solche Bilder möglichst nicht in der Mittagszeit machen. Morgens und abends ist das Licht vorteilhafter, da die Sonne flacher steht. Profifotografen für Hotelanlagen fotografieren zum Beispiel am späten Nachmittag gegen 17 Uhr, dadurch wirkt alles plastischer.

Aufhellblitz

Wenn bei Porträts in der Sonne die Personen oder deren Gesichter zu dunkel erscheinen, kann man versuchen manuell den Blitz hinzuzuschalten und die Schatten in den Gesichtern aufzuhellen.

Schilder

Schild Lustgarten Berlin - Tipps für die Reisefotografie - fotoideen.euStraßenschilder, Schilder mit Namen von Sehenswürdigkeiten etc. sind ebenso eine nette Abwechslung im Fotobuch und helfen noch nach Jahren sich zu erinnern, wo genau man die jeweiligen Bilder gemacht hat.

Die Kamera weglegen

Der letzte Tipp ist vielleicht der wichtigste: Das schönste am Reisen ist, dass man neue Orte und Menschen zu sehen kriegt und kennenlernt. Nur braucht man beide Augen dafür. Man sollte die Kamera immer wieder mal weglegen oder ausschalten und den Ort und seine Atmosphäre auf sich wirken lassen, sie genießen.

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